Strategie 2018–2020 (PDF)

Fassung vom 20.03.2018, vom Verwaltungsrat der GSGR genehmigt am 03.04.2018

Die Graduate School Graubünden (GSGR) ist eine Institution der Academia Raetica (ACAR), die verschiedene Dienstleistungen für die Wissenschaft erbringt (scientific services). Sie fördert die Ausbildung, Arbeit und Entwicklung der Nachwuchs-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler in Graubünden, stärkt mit Netzwerkarbeit und Kooperationen die forschenden Institutionen und unterstützt den Kanton in der Umsetzung seiner Hochschul- und Forschungsstrategie (H&FS 21.05.2015). Sie wurde von der ACAR 2013 in Davos gegründet und führt im Verbund mit anderen Institutionen der ACAR einen Leistungsauftrag des Kantons Graubünden aus.

VISION
Die durch die ACAR und die GSGR verbundenen und unterstützten Wissenschaftsbereiche (Forschung, Hochschullehre und wissenschaftliche Dienstleistungen) bilden einen anerkannten, starken und wachsenden Pfeiler der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung und Innovation in Graubünden mit nationaler und internationaler Ausstrahlung.

MISSION
a. Die in Graubünden Forschenden (Doktorierende, Postdocs, junge wissenschaftliche Mitarbeitende) arbeiten, lernen und leben unter inspirierenden Bedingungen, die sie in ihrer fachlichen, überfachlichen und privaten Entwicklung zu hochwertigen Leistungen und persönlicher Erfüllung führen.

b. Die vielfältig forschenden Institutionen in Graubünden (Forschungsinstitute, Hochschulen, Kliniken) kooperieren nutzenbringend auf verschiedenen Ebe­nen untereinander sowie mit wissenschaftlichen und unternehmerischen Partnern, damit sie transdisziplinär (bzw. interdisziplinär) fundierte Antworten auf die Herausforderungen der Zeit finden.

c. Der Kanton Graubünden (Verwaltung, Parlament und Regierung) verfügt durch das Netzwerk der forschenden Institutionen über eine fundierte Orientierungshilfe zur entschlossenen Förderung und zum Ausbau der Wissenschaften. In der Öffentlichkeit (Medien, Bevölkerung in GR) entsteht durch diese Informationen eine hohe Akzeptanz der wissenschaftlichen Arbeit.

d. Die Dienstleistungen der GSGR stärken die Exzellenz des Forschungs- und Ausbildungsplatzes Graubünden in den thematischen Profilfeldern der kantonalen Hochschul- und Forschungsstrategie: Tourismus & Wirtschaft, Ressourcen & Naturgefahren, Schlüsseltechnologien, Kultur und Vielfalt, Life Science und Computational Science.

WERTE

  •  Vernetzung und Kooperation der Institutionen
  • Qualitätsentwicklung – externe Qualitätssicherung
  • Wissenschaftliche Exzellenz – internationale Hochschul- und Forschungsstandards
  • Inter- und Transdisziplinarität
  • Gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Relevanz
  • Innovation
  • Standortattraktivität
  • Ethische Verantwortung, Gleichstellung/Diversity, umfassende Nachhaltigkeit
  • Berufliche, persönliche und familiäre Balance
  • Mitwirkung der Anspruchsgruppen in der Steuerung

UMFELD GRAUBÜNDEN

  • Institutionelle Vielfalt mit langer wissenschaftlicher Tradition (Forschungsinstitute, Kliniken)
  • Drei Hochschulen in Chur mit Ausstrahlung über Graubünden hinaus
  • Grosse geografische Distanz zu Universitäten
  • Beschränkte Entwicklungsmöglichkeiten der Wirtschaft in Graubünden
  • Rekrutierungsschwierigkeiten der Wirtschaft für qualifizierte Mitarbeitende
  • Besonderheiten der alpinen Peripherie
  • Bekenntnis der Regierung zum Ausbau der Hochschullehre und Forschung
  • Leistungsauftrag des Kantons 2009-2013 an die ACAR, seit 2014 an die GSGR

ZIELE UND ARBEITSWEISE
Im Rahmen der weiter oben festgehaltenen «Vision0» und der «Mission» und unter Beachtung der «Werte» verfolgt die GSGR die folgenden Ziele:

Übergeordnete Ziele / Arbeitsweise
a. Vermittlung von Aus- und Weiterbildung, Zugang zu weiterführenden Studiengängen und Unterstützung für die Lauf­bahn (Skills, Exzellenz)

  • Vermittlung und Organisation von bedarfsbasierten Veranstaltungen zur Verbesserung der fachlichen und überfachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten (Kommunikations-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz)
  • Vermittlung des Zugangs zu weiterführenden Studien und Kursen an Universitäten inkl. Passarellen-Programme (HTW > Universität)
  • Vermittlung zusätzlicher Finanzierungsmöglichkeiten für Doktorandenstellen und Masterarbeiten in Graubünden

b. Information und Begleitung junger Wissenschaftlerinnen  und Wissenschaftler (Leben und Arbeiten in Graubünden, Standortattraktivität)

  • Informationsvermittlung zu beruflichen und privaten Themen
  • Begleitung, Hilfestellung und Beratung von Zuzügern
  • Vermittlung des Zugangs zu zentralen Forschungsinfrastrukturen
  • Stärkung der Tätigkeit der Betreuenden

c. Sichtbarmachung des Werts der wissenschaftlichen Tätigkeiten und Leistungen in Graubünden (Öffentlichkeitsarbeit)

  • Angebot von Publikations-Plattformen (Zeitungsartikel, digitale Medien) für die Institutionen und deren Forschende
  • Verfassen und Veröffentlichung eigener Beiträge
  • Mitwirkung und Angebot von Veranstaltungen für den Kontakt der Forschenden mit der Öffentlichkeit

d. Förderung von wissenschaftlichem Austausch, Vernetzung, Kooperation zwischen Individuen, Institutionen, Disziplinen und mit der Industrie (Synergien, Innovation, Standortattraktivität)

  • Regelmässige Durchführung des Kongresses «Graubünden forscht»
  • Anschub von Austauschplattformen (Treffen, Besuche, Praktika, Netzwerke, Mentoring) für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
  • Anschub von Kooperationen zwischen Forschenden und Institutionen (im Profilfeld, für Querschnittsthemen, mit Universitäten, mit der Industrie)
  • Anschub von Kooperationen zwischen Forschung und Industrie

e. Unterstützung der Umsetzung und Weiterentwicklung der Hochschul- und Forschungsstrategie des Kantons Graubünden (Prozessunterstützung, Policy Dialog)

  • Verbindung und Prozessbegleitung beteiligter Institutionen in der Vorbereitung von Leistungsaufträgen, Sonderprofessuren und Förderbeiträgen
  • Netzwerkarbeit zur Unterstützung der Erweiterung, Ansiedlung und Neugründung von wissenschaftlichen Institutionen
  • Koordination der Mitwirkung der Anspruchsgruppen bei der Weiterentwicklung der Hochschul- und Forschungsstrategie des Kantons und bei der Zuweisung von Fördergeldern

f. Artikulation und Vertretung gemeinsamer Positionen der wissenschaftlichen Institutionen gegenüber Politik und Verwaltung (Interessenvertretung, Meinungsbildung)

  • Netzwerkarbeit zwischen Forschern, Forschungsinstituten, Hochschulen und staatlichen Stellen (Forschungsmittel, bessere Rahmenbedingungen)
  • Beitrag zum Issue Management (politische Kommunikation) der wissenschaftlichen Institutionen und der kantonalen Verwaltung
  • Vorstösse und Kommunikation mit Verwaltung, Parlament, Regierung, anderen Institutionen und Medien